Sprachentwicklung  

Der Sprachbaum

Mit dem Bild des Sprachbaums wird die kindliche Sprachentwicklung und deren fördernde Einflüsse symbolisiert. Bevor das erste Wort gesprochen werden kann, müssen sich erst die Wurzeln entwickeln (Schreien, Lallen, Hören, Sehen, Tasten, Hirnreifung, sozial-emotionale Entwicklung).

 

Das erste Wort charaktierisiert dann das Sichtbarwerden des kleinen Bäumchens aus dem Boden. Jetzt kommt es zur Entwicklung des Sprachverständnisses (Baumstamm) und der weiteren sprachlichen Bereiche  wie Wortschatzaufbau, Aussprache, Grammatik (Äste). Mit zunehmendem Alter wird die Sprache immer komplexer (der Baum verzweigt sich mehr und mehr). Um zu wachsen, benötigt der Sprachbaum Nährstoffe (Gießkanne) - das sind die täglichen Gespräche mit dem Kind - und Wärme, Liebe und Akzeptanz (Sonne).

Phasen der Sprachentwicklung

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Um die Geburt

Schreiphase

Bereits kurz nach der Geburt können Kinder ihre Muttersprache von anderen Sprachen unterscheiden. Die Fähigkeit hierzu erwerben sie bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft. Die erste Lautäußerung des Babys, der Säuglingsschrei, differenziert sich innerhalb der ersten Lebenswochen, so dass die Mutter an der Art des Schreiens erkennen kann, ob das Kind Hunger hat oder nur müde oder unzufrieden ist. Ca. ab der 7. Lebenswoche wird das Schreien zunehmend durch Gurrlaute abgelöst, vokalähnliche Laute, die der Säugling v.a. in Wohfühlsituationen äußert.

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4.-12. Lebensmonat

Lallphasen

Ab dem 4. Lebensmonat beginnt die Phase des marginalen Lallens, auch Vocal Play genannt. Es werden alle möglichen Laute spielerisch ausprobiert, ob sie in der Muttersprache vorkommen oder nicht. Diese sog. 1. Lallphase geht ca. ab dem 6. Lebensmonat in die 2. Lallphase (reduplizierendes oder kanonisches Lallen) über. Charakteristisch sind Silbenketten aus einem Konsonant (z.B. t, d, g, b, p, k) und einem offenen Vokal (z.B. a, o, u), also tatatata oder bubububu. Ab dem 9. Lebensmonat wird das Lallen immer variationsreicher. Jetzt werden auch verschiedene Silben kombiniert.

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12.-18. Lebensmonat

Einwortphase

Ungefähr im Alter von 1 Jahr mündet das Lallen in das 1. Wort: aus mamama wird Mama, aus papapa Papa, aus bababa Ball. Zwischen dem 12. Und 18. Lebensmonat wird meist ein Wortschatz von 50 Wörtern erworben.

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18.-24. Lebensmonat

Wortschatzspurt

Ab 1 ½ Jahren beginnt der sogenannte Wortschatzspurt. Das Kind lernt jetzt täglich ca. 10 neue Wörter hinzu und erweitert damit sehr schnell seinen Wortschatz. Erst gegen Ende des 4. Lebensjahres wird die Zuwachsrate an neuen Wörtern wieder geringer.

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ab 24. Lebensmonat

Zweiwortphase

Zusammen mit dem Wortschatzspurt beginnt auch die Phase der ersten Sätze. Mit Kombinationen von 2 Wörtern, den sog. Zweiwortsätzen, können Kinder schon sehr viel ausdrücken. Äußerungen wie „Auto da“, „Hund weg“ beschreiben das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Dingen, Eigenschaftswörter („liebe Katze“, Füße kalt) oder Wörter, die Besitz ausdrücken („meine Puppe“) charakterisieren sie genauer. Zunehmend finden sich auch erste Satzkonstruktionen der Erwachsenensprache mit Subjekt und Verb („Paul nimmt“, „Hund bellt“).

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ab 30. Lebensmonat

Mehrwortphase

Nun werden mehr und mehr Wörter in die Sätze eingebaut und auch immer komplexere Satzkonstruktionen erworben. Ca. ab dem 4. Lebenjahr beherrscht das Kind die meisten Laute seiner Muttersprache und äußert Sätze mit Haupt- und Nebensatz in weitgehend korrekter grammatischer Struktur.

Baby Talk

Warum sprechen wir mit kleinen Kindern anders als mit Erwachsenen?

Eine große Bedeutung für den Spracherwerb hat die Art und Weise, wie die Eltern und Bezugspersonen mit dem Kind kommunizieren. Babys mögen nämlich Melodie und Rhythmus. Als Erwachsenen sprechen wir ganz intuitiv sehr melodisch und ausdrucksstark mit dem Kind. Wir gewinnen damit sein Interesse und seine Aufmerksamkeit.

 

Diese Ammensprache (auch motherese oder Baby Talk genannt) hat die Besonderheit, dass das gesamte Frequenzspektrum der Sprache genutzt wird und zwischen hohen und tiefen Stimmlagen immer wieder gewechselt wird. Diese übertrieben melodische Sprechweise beruhigt das Baby und reguliert seine Gefühle. Sie vermittelt einfache Botschaften und hilft dem Kind, die Wortgrenzen zwischen verschiedenen Wörtern besser zu erkennen.

Jedes Kind ist einzigartig

Es entwickelt Sprache nicht nach den vorgegebenen Meilensteinen eines Entwicklungsfahrplanes, sondern in seinem ganz individuellen ureigensten Tempo.

Bei allen Versuchen, die kindliche Sprachentwicklung in verschiedene Etappen zu zergliedern, so müssen wir uns doch immer wieder klar machen, dass es das Normkind nicht gibt. Jedes Kind hat seinen eigenen Lernstil und sein eigenes Lerntempo. Die Unterschiede in der normalen Sprachentwicklung sind so groß, dass ein 2 ½ -jähriges Kind den gleichen sprachlichen Entwicklungsstand haben kann wie ein Kind mit 1;06 Jahren.

Sprachentwicklung begleiten

Was wir als Eltern tun können

Die Sprachentwicklung wird am besten gefördert, indem Eltern und Bezugspersonen sensible Gesprächspartner sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem der intensive Dialog mit dem Kind von besonderer Bedeutung für den Aufbau der für die Sprache erforderlichen zentralen Verarbeitungsprozesse im Gehirn ist. Nach einer Studie aus den USA, die 10 Jahre lang die Sprachentwicklung von Kinder intensiv begleitet hat, korreliert der Umfang von sprachlichem Input, den Eltern ihren Kindern geben, im späteren Leben mit ihren sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten. Insbesondere wirken sich die sog. Conversational Turns positiv auf die Sprachentwicklung aus. Das sind die Situationen, in denen es über Blickkontakt, gemeinsames Interesse, Einschwingen auf die Befindlichkeit des Kindes und den sprachlichen Dialog zu intensiver Zuwendung kommt. Die Sprachentwicklung und die gesamte Entwicklung des Kindes sollte immer mit Freude statt Besorgnis begleitet werden.

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